Doku

DIG DEEPER – DAS VERSCHWINDEN VON BIRGIT MEIER

(Bild: ©Netflix)

Im Sommer 1989 verschwindet Birgit Meier, Mutter zweier Kinder, Ehefrau und Fotografin, spurlos und ohne Ankündigung. Ihr Mann ist sicher: Das hätte sie ihm und ihren beiden Kindern niemals angetan. Doch dann kommt heraus: Das Paar stand kurz vor seiner Trennung. Schnell gerät der Ehemann selbst ins Visier der Ermittler. Entführung, Verschwinden, Selbstmord, Mord? Es bleibt alles höchst undurchsichtig. So richtig will sich kein Beweis für die Schuld des Ehemanns finden. Und so stochern die Ermittler im Dunkeln, während Birgit Meier unauffindbar bleibt.

Ein Beamter hegt starken Zweifel an der offensichtlichen Lösung. Wolfgang Sielaff. Doch der Fall Meier fällt nicht in seinen Zuständigkeitsbereich, er ist der Polizeichef von Hamburg. Dennoch versucht er immer wieder, sich einzumischen und zur Aufklärung des Falles beizutragen. Und das ist nur allzu verständlich, denn Birgit Meier ist seine Schwester!

Tatsächlich hat er auch von Anfang an den richtigen Riecher und verdächtigt einen Gärtner, der sich auf der ein oder anderen Feier herumgetrieben haben soll, auf der auch Birgit feuchtfröhliche Stunden verbrachte. Was war das für ein Mensch und hatte er schon etwas auf dem Kerbholz? Als er endlich einmal verhört wird, hat er aber gleich ein hieb- und stichfestes Alibi. Oder doch nicht? Was auch zutage tritt: ein schockierendes Muster der Gewalt, das sich über Jahrzehnte hinzog.

Der Fall „Birgit Meier“ treibt uns die Gänsehaut den Rücken hinunter, weil er gefühlt direkt um die Ecke stattgefunden hat und weil die Ermittlungen von jahrelangem Polizeiversagen überschattet werden, Akten und Asservate nicht mehr existieren und trotz eines wichtigen Beweisstückes der Fall ungelöst bleibt. Dass das Verbrechen überhaupt aufgeklärt wird und kein Cold Case bleiben sollte, ist Wolfgang Sielaff zu verdanken.

Nachdem uns Netflix mit einer Reihe True Crimes aus aller Welt versorgt hat, gibt es seit 2021 mit „Dig Deeper“ eine neue deutsche Dokureihe. Das ist nicht die erste dokumentarische Aufbereitung des Falls. 2019 strahlte der NDR den dreiteiligen Dokufilm „Eiskalte Spur – Die Göhrde-Morde und die verschwundene Frau“ aus. 2020 folgte mit „Das Geheimnis des Totenwaldes“ noch eine fiktive Adaption des Stoffs. Der neue Titel verweist schon auf eine genauere Untersuchung des Falls, immerhin hat die Miniserie vier Folgen von je knapp einer Stunde Spielzeit.

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